Kulturelle Bildung im Ganztag: Positionen, Modelle und Beobachtungen.
Von Dominik Eichhorn, Leiter des Fachbereichs Kooperation und Bildung bei der BKJ
Das nahende Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab dem Jahr 2026 stellt alle für die Umsetzung des Ganztags verantwortlichen Institutionen vor ein eine umfassende Verschränkung von formaler und non-formaler Bildung. Zentral dabei ist eine Öffnung von Ansätzen schulischer und außerschulischer Akteure zueinander – des schulischen Ansatzes in Richtung weniger stark strukturierter Lernarrangements und jener außerschulischer Bildungspartner hin zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit formalen Lernumgebungen.
Mehr unter: https://www.bkj.de/magazin/kulturelle-bildung-im-ganztag-positionen-modelle-und-beobachtungen-der-bundesvereinigung-kulturelle-kinder-und-jugendbildung/
„Teilhabeatlas Kinder und Jugendliche“. Eine umfassende, aktuelle Studie der Wüstenrot Stiftung, des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und der Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.
Im „Teilhabeatlas Kinder und Jugendliche“ wird der Frage nachgegangen, wie die Teilhabemöglichkeiten von jungen Menschen in Deutschland verteilt sind. Dafür wurden statistische Kennzahlen zu Teilhabe in den 400 Kreisen und kreisfreien Städten verglichen und mit Menschen in acht Regionen Gespräche geführt. Kinder und Jugendliche haben uns dort von ihren Eindrücken und Wünschen erzählt. Auch mit Erwachsenen aus der Kinder- und Jugendarbeit haben wir gesprochen. Die Kernergebnisse werden in einem Online Tool vorgestellt. Mehr unter: https://teilhabeatlas.org/
Kulturelle Bildung und Partizipation aus Schüler*innenperspektive: Potenziale, Herausforderungen und Nachhaltige Wirkung
Kulturelle Bildung bietet das Potenzial Kompetenzen von Schüler*innen nachhaltig weiterzuentwickeln! Eine Interviewstudie zeigt Potenziale, Herausforderungen und nachhaltige Wirkungen Kultureller Bildung aus Schüler*innenperspektive. Beachtlich ist, dass Schüler*innen von einer Förderung vielfältiger Kompetenzen sowie des Selbstbewusstseins durch die Teilnahme an einem Projekt, welches die Partizipation von Schüler*innen an Kultureller Bildung avisiert.
Mehr unter: https://www.kubi-online.de/artikel/kulturelle-bildung-partizipation-aus-schueler-innenperspektive-potenziale-herausforderungen
Kulturelle Teilhabe im Wandel – Aktuelle Studie der Stiftung Genshagen
Kulturelle Bildung hat innerhalb der letzten 15 Jahre in der deutschen Kulturpolitik deutlich an Gewicht gewonnen, auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Künstler*innen entdecken das Feld der Kulturellen Bildung zunehmend als erweiterte Arbeitsmarktoption. Kulturelle Bildungseinrichtungen streben zur Verbesserung der kulturellen Teilhabe immer stärker Kooperationen mit Bildungs-, Jugend- und sozialen Einrichtungen an. Stand in der Vergangenheit in Kultureinrichtungen kulturelle Bildungsarbeit nicht im Fokus, so hat sich dies im Zeitverlauf kontinuierlich verändert. Kulturelle Bildung wird zunehmend als ein zentrales Ziel von Kulturpolitik verstanden, um ein Nachwuchspublikum zu entwickeln, aber vor allem auch, um kulturelle Teilhabe als Menschenrecht für alle Bevölkerungsgruppen sicherzustellen.
Mehr unter: https://www.stiftunggenshagen.de/fileadmin/Dateien/Publikationen/Andere_Publikationen/Studie_Kulturelle_Bildung/Kulturelle_Teilhabe_im_Wandel.pdf
YEP-Jugendbericht Mehr Selbstwirksamkeit und Beteiligung als Schlüssel für mentale Gesundheit
Immer mehr junge Menschen in Österreich und Deutschland leiden unter psychischen Belastungen – das zeigt der aktuelle YEP-Jugendbericht „Mental Health. Der Jugend zuhören!“ vom April 2025 deutlich. Zu den zentralen Ergebnissen der Befragung gehören, dass 63 Prozent der befragten Jugendlichen angeben, dass es ihnen nicht gut gehe; nur 7 Prozent sagen, es gehe ihnen gut. Besonders stark belastet, fühlen sich queere Personen (divers) und Mädchen.
Nationale Strategie zu Kreativität und Kultur für Jugendliche & Förderung von Kultur und kultureller Teilhabe
Die Einführung einer „gemeinsamen Jugendstrategie der Bundesregierung“ ist bereits im Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode (2017–2021) worden. Hierin konstatiert die Bundesregierung, dass alle Kinder und jungen Erwachsenen Zugang zu kultureller Bildung haben müssen und dass hierfür im Plan für kulturelle Bildung mehr finanzielle Förderung vorgemerkt werden soll. Die Regierungsparteien der 20. Legislaturperiode (2021–2025) wollten diese Strategie mittels eines „Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung“ weiterentwickeln. Die Jugendstrategie benennt neun jugendrelevante Handlungsfelder und insgesamt 163 Maßnahmen, die neu ergriffen oder weiterentwickelt werden. Die neun Handlungsfelder sind: Zukunft, Generationendialog & Jugendbilder, Beteiligung, Engagement & Demokratie, Stadt & Land, Wohnen & Kultur, Vielfalt & Teilhabe, Bildung, Arbeit & Freiräume, Mobilität & Digitales, Umwelt, Gesundheit, Europa & die Welt. Die kulturelle Bildung junger Erwachsener ist Teil der Jugendstrategie.
Mehr unter: https://jugendhilfeportal.de/magazine/youth-wiki/kreativitaet-und-kultur/nationale-strategie-zu-kreativitaet-und-kultur-fuer-jugendliche
Kinder- und Jugendbericht Rheinland-Pfalz
Schwerpunktthema des im März 2025 erschienen 4. Kinder- und Jugendberichts Rheinland-Pfalz ist die „Beteiligung aller jungen Menschen in Rheinland-Pfalz zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Der Bericht lädt dazu ein, Kinder- und Jugendbeteiligung weiter zu denken, zu reflektieren wie wir in unseren Arbeitsbezügen Beteiligung umsetzen und wo Beteiligung durch strukturelle und generationale Machtverhältnisse ggf. be- und verhindert wird.
Mehr unter: https://mffki.rlp.de/fileadmin/07/Bilder/Themen/Kinder_und_Jugend/Jugendpolitik/FINAL_KiJuBericht_2024_Gesamt_inkl_Daten_Tabellenband_250701.pdf
Jugendpolitik durch und mit Kulturelle Bildung öffnen
Kulturelle Bildung bewegt sich im Spannungsfeld gesellschaftlicher Umbrüche: Demografischer Wandel, Populismus und eine zunehmende Institutionalisierung von Bildung. Mit sieben Punkten öffnen 4 Autor*innen den Diskursraum zur Frage: Wie kann Kulturelle Bildung Jugendpolitik zukunftsfähig machen. https://www.bkj.de/magazin/jugendpolitik-durch-und-mit-kultureller-bildung-oeffnen-rechtebasierte-ansatzpunkte/
UNESCO-Rahmenwerk für kulturelle und künstlerische Bildung
„That ignorance of each other’s ways and lives has been a common cause, throughout the history of mankind, of that suspicion and mistrust between the peoples of the world through which their differences have all too often broken into war“ (Präambel der UNESCO). Im Februar 2024 haben sich die Minister*innen zur Weltkonferenz über kulturelle und künstlerische Bildung in den Vereinigten Arabischen Emiraten getroffen. Der folgende Text hält die Absrpachen und Ziele dieses Treffens fest. UNESCO Framework_Culture and Arts Education_2024_GER translation
Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung – Inhalte, Methoden und Reflexionen eines Curriculums für Künstler*innen
In der Publikation werden die besonderen Potenziale und Chancen künstlerischer Arbeit für kulturelle Bildungsprozesse beleuchtet. Es werden Leitideen, zentrale Inhalte und methodische Überlegungen einer Weiterbildung für Künstler*innen in der Kulturellen Bildung dargestellt. Autor*innen aus Kunst, Bildung und Wissenschaft formulieren theoretische Hintergründe und praktische Anregungen für Kunstschaffende in der Kulturellen Bildung. Was kann nur Kunst? Wie können individuelle künstlerische Positionen von Kunstschaffenden in sozialen- und Bildungskontexten produktiv werden? Wie können die Künste dabei ihre Autonomie wahren und zugleich soziale Wirksamkeit entfalten? Was haben freischaffende Künstler*innen davon, wenn sie ihre Arbeit in kulturelle Bildungskontexte erweitern? Was benötigen sie an Unterstützung und Expertise dafür, und wie könnten Weiterbildungen gestaltet sein, um den spezifischen Ansprüchen von Künstler*innen gerecht zu werden?Die Publikation entstand im Kontext des von der Stiftung Mercator geförderten gleichnamigen Pilotprojekts. Der bundesweite Zertifikatskurs bot von September 2021 bis Oktober 2022 insgesamt 33 Künstler*innen verschiedener künstlerischer Sparten die Möglichkeit, sich für künstlerisches Arbeiten in der Kulturellen Bildung zu professionalisieren und ein entsprechendes Zertifikat zu erwerben. Der Band richtet sich sowohl an Künstler*innen als auch an alle, die im Kontext Weiterbildung für Kunstschaffende in der Kulturellen Bildung arbeiten.
Der Band „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung – Inhalte, Methoden und Reflexionen eines Curriculums für Künstler:innen“ steht als Download kostenfrei zur Verfügung.